Dienstag, September 19, 2006

stubbekobbing ist ein vogel aus eisen

Es gab eine turnhalle in einer schule in stubbekobing.dort haben wir uns untergestellt für eine nacht.im klassenzimmer stehen schon überall schilder,willkommen 1B..übermorgen lernen die alle a sagen die kleinen menschen..ich werde nie wieder im eiscafé arbeiten.Roland hörst du? den scheiss lass ich sein.wir wollten zum hafen.es hat sich festgeregnet.so sagen alle.wir wurden von grosser müdigkeit geplagt.hubertus hat irgendwie depressionen.es ist heiss, viel zu heiss da drin .man kann die fenster nicht öffnen.ich setze mich mit arno in den kühlschrank.gulia will noch mal zurück zu ihren ausgestopften vögeln.arno fährt sie natürlich, weil er ja so gut erzogen worden ist von seiner mama..ich hock mich auf den beifahrersitz,um die wiesen da an der seite vorbeiziehn zu sehn.marion sitzt neben gulia hinten weil sie nicht verpassen will was gulia ihren vögelchen noch so zu sagen hat. wir versetzen berge wo keine sind.zitat:darguner.
es gab eine turnhalle in stubbekobing.dänisches lakritz.schwarzes essen.brombeeressen.übelkeit.blaue grosse matten aus plastik, auf denen wir schlafen.ein trapez was quietscht.arno unterzieht sich der pendelfolter.in seinen träumen.ist er ein held der von oben bis unten aufgeschlitzt wird.arno versucht einen rekord.hängt kopfüber am klettergerüst.sein kopf ist rot, er schreit um hilfe.hubertus kommt lange zwei minuten auf ihn zu und dreht ihn um.kresch baut ein aufnahmestudio im klo.da muss man vorm spiegel in ein mikro singen, so ein lied was er gedichtet hat. er hält das für heilsam. .ich habe beobachtet wie arno versucht sexy zu gucken wie er sein spiegelbild da so sieht.dieser narzist.wie soll man sich nur anschauen?ich glaube heidi hat hasch geraucht.es hat die ganze nacht gepiepst.
sammelduschen.
es gab einen hafen in stubbekobing.dort wohnt der eiserne vogel.der guckt aufs meer raus.ich habe gedacht ich könnte hier sterben.olivia hat neinneinnein geschrien . es gab eine hütte die haben sie so ein paar männern gebaut die immer zum trinken herkamen, damit sie nicht unästhetisch da rumlungern sondern auf einem stuhl sitzen unter einem dach.ich wünsche mir wirklich sie machen das in deutschland auch für mich wenn ich mal irgendwo gern zum trinken hingeh. sie waren sehr nett. sie haben uns sogar geld gegeben.ich glaube weil wir irgendwie verwahrlost wirken, gulia meint eher weil kresch so schöne musik spielte am hafen von stubbekobing.

Sonntag, September 17, 2006

M.Z./8: Faxe! There’s no limit!





Olivia macht sich auf, und stellt sich in der Brauerei vor. Sie will Bierkosterin werden, weil sie so einen guten Geschmack habe. Oder neue Sorten kreieren... na, die hat Ideen! Auf dem Gelände darf man eigentlich nicht filmen, aber wenn’s erst mal im Kasten ist, kann es mir keiner mehr weg nehmen. Wir treffen einen netten Dänen, der Olivia herzlich einlädt, sich hier um Arbeit zu bemühen: „If you like freedom and responsibilities, you must come to Denmark!“ Sie ist ganz aus dem Häuschen und für einen kurzen Moment wirkt sie ganz gelöst. Doch kurze Zeit später ist ihr Gesicht wieder so verschlossen, wie eh und jeh...





„If you like freedom and responsibilities, you must come to Denmark!“

Arno ist in Rekordstimmung und macht sich auf, im Kalkbruch einen Tyrannosaurus Rex auszugraben. Das er da vergeblich buddelt und hämmert, erfahren wir von einem Mitarbeiter des örtlichen Fossilmuseums, den wir im Kalkbruch mit einer Schulklasse treffen. Die sind leider alle gestorben, kurz bevor das Meer, das diesen Kalkhaufen hinterließ, entstanden ist. Aber dennoch ist dies ein Rekord-Ort: Der erste Hummer wurde hier von einem kleinen Mädchen entdeckt und nirgendwo sonst gibt es so viele unterschiedliche Fossilien wie hier!


Arno auf dem Weg in den Steinbruch






Gerade wie wir so nett plaudern, entdecke ich Olivia im Kalkbruch. Ich lasse Arno alleine weiterziehen und folge ihr. Sie wartet auf mich hinter einem Hügel, unter ihrem lindgrünen Schirm am Rande eines dieser milchblauen Wasserlöcher. Der Himmel ist dunkelgrau, ein leichter Wind und etwas Dramatischen liegen in der Luft und so erstaunt es mich nur ein klein Wenig, dass Olivia mich heute vor laufender Kamera in ihr Geheimnis einweiht! Ich weiß nicht, wie ich umgehen soll mit diesem Wissen. Wie kann ich es für mich nutzen, ohne ihr zu schaden? Ihr alle, die ihr dies lest, müsst euch noch ein wenig gedulden. Ich werde warten, bis ich Olivia in Sicherheit weiß, bevor ich mit ihrer Story an die Öffentlichkeit gehe.


Als wir so integer beeinander sitzen, taucht Arno am Horizont auf und stolpert aufgeregt auf uns zu. In seinen Händen hält er den wahrscheinlich kleinsten Saurier der Welt...



Der wahrscheinlich kleinste Saurier der Welt in Arnos Händen ...

Zurück in unserer Unterkunft treffe ich Heidi im Fernsehzimmer. Sie unterhält sich mit zwei jungen Deutschen Männern. Stefan und Marcel kommen aus Rostock und haben hier Arbeit gefunden! Hier sind sie also! Pendeln jede Woche zwischen Fakse und Rostock, arbeiten nur 4 Tage und verdienen das dreifache wie in Deutschland. Der eine hat schon zwei Kinder und denkt über das Auswandern nach. Der andere schwärmt von den schönen Dänischen Frauen und blickt Heidi dabei tief in die Augen... Angst haben sie nur vor Angela Merkel und vor einem Arbeitsunfall. Gut, dies bedeutet, dass sie keine Angst davor haben, ihren Job zu verlieren! Wieviele Ostdeutsche wohl dieses Gefühl kennen?



Stefan und Marcel aus Rostock haben keine Anst mehr vor Arbeitslosigkeit!

Hier in Fakse, der Stadt ohne Grenzen, schaffen wir es sogar bis ins Radio. Zwei Stunden lang sind wir live dabei! Alle sind aufgeregt und sogar der Baron ist nur einmal eingeschlafen!


Wir sind kurz vor dem Ziel und alles wird immer besser! Ich kann es kaum noch abwarten, bis wir Kopenhagen erreichen!

M.Z./7: Nordisches Fieber

Heidi wird immer aufgeregter, aufgelöster und ausgelassener. „Es geht nach Norden!“ lässt sie ihre Blume aus Neustrelitz (die auch noch Strelitzie heisst und die Überfahrt mehr schlecht als recht überstanden hat) den ausgestopften und schon von Gulia überstrapazierten Vögeln vorsingen. So langsam drehen hier alle durch. Ich muss mich vorsehen, dass ich mich vom nordischen Wahnsinn nicht anstecken lasse! Das Kuchen backen hat mich schon gewarnt...


Wir fahren weiter durch weite Landschaften, Wolken und grüne Unendlichkeit. Selbst Uli hebt einen Moment ab, übergibt ihren Körper dem Fahrtwind und zum ersten mal sehe ich ein Lachen auf ihrem Gesicht, das weder bitter noch zynisch ist.




Und wieder werden wir von einem Meer, das von oben auf uns herabprasselt, als wolle es uns ganz und gar verschlingen, aufgehalten. Dänemark gibt uns Zuckerbrot und Peitsche. Wir finden Unterschlupf in einer Turnhalle – wie die Opfer einer echten Katastrophe. Arno erliegt dem Hallenkoller und hängt Kopfüber an einer Sprossenwand, von der er ohne des Barons Hilfe nicht mehr herunter findet. Kresch schliesst sich in eine Toillette ein und singt sich die Reiselust aus der Seele.

Auf halber Strecke zu unserem nächsten Ziel entdeckt Gulia schon wieder einen künstlichen Vogel. Am Hafen von Stubbeköbing steckt sie alle an mit ihrer Verzückung. Olivia stellt sich zum ersten mal die Warum-Frage und Heidi singt aus ihrer Liedersammlung, während die anderen wie irre um eine Mauer hinter ihr herum rennen. Uli versucht sich schon wieder überall herunter zu werfen, von der Mauer auf den Asphalt und von dort ins Meer. Olivia verzweifelt daran, schreit nur noch. Hoffentlich bringen wir alle heil bis nach Kopenhagen...







Aber zunächst fahren wir zum größten Loch Dänemarks, dem Kalkbruch in Fakse. Der Ort, der sich früher mal FaXe schrieb, was natürlich viel besser aussieht als geschriebenes Wort! Wieder eine ziegelrote Stadt mit kleinen Häuschen, die mich Arbeitersiedlungen in England erinnern. Hier produziert Haribo das unübersichtliche dänische Sortiment an Lakritzen und Fruchtgummis, Bier wird gebraut und - wie erwähnt - Kalk abgebaut. In einer atemberaubenden Landschaft, wie sie auf dem Pluto nicht schöner sein könnte! Schneeweiße Berge und südseeblaues, milchiges Wasser. Hier gibt es zu Hauf, was bei uns Mangelware ist: ARBEIT!

Samstag, September 16, 2006

in den zuegen von vormals

heute in der remise. uralte züge von 1880 und so fort.wir sind da hin.gulia wollte damit den hubertus überraschen, weil er ja manchmal nicht so gern hat, wie alles so modern geworden ist.ich lauf umher. tu als wollte ich verreisen mit einem koffer in der hand.setz mich in ein abteil. erinner mich auf einmal an alles. brief vom roland. nur das da ganz anders zeug stand.schlimmeres zeug .kann mich nicht bewegen.
und dann kommt der hubertus rein und tut so als könnt er fliessend dänisch und sieht ganz jung und mutig aus.mir war es ein bisschen peinlich weil ich gleich so verliebt war in ihn. hab nichts sagen können.dann mach ich meinen mund auf und es kommt nur französisch raus .das fand er irgendwie schon interessant. ich hab ihm allerei gestanden, wie sehr ich seine augen mag und ihn zu mir nach paris eingeladen.obwohl ich da ja gar nicht wohn. er hat zum glück kein französich können.aber wir haben dann geraucht beide , ganz nah beieinander gesessen.dann kam gulia rein und hat mir die ganze situation versaut.
mir kam alles auf einmal ganz gespenstisch vor und dem hubertus glaub ich auch.er ist dann ziemlich schnell rausgegangen .
kresch hat draussen gespielt gitarre. hab mitgesungen, ich und olivia. alle wurden ganz ausgelassen, haben getanzt.
ich hab wieder rolands brief vor augen gesehn.und an die elke gedacht die frau von der konfliktberatung aus neustrelitz, wie sie sagt, ich soll zurück nach wuppertal fahren und nicht so ohne system suchen, und das sie mal einen patienten hatte, der sich gleich nach einem gespräch mit ihr umgebracht hat.und das man die entscheidungen der menschen akzeptieren muss. und an die liesel die sagt man muss allein sein können.und wie ich auf den turm komm wo wir heute waren .den hohen turm von gedser.und dann die galgen zu seiten der strassen an denen sie ihre blumen aufhängen.da wollt ich da nur noch weg und bin auf die tür zu gelaufen von der remise. ein mann hat akkordeon gespielt.sehr lustige musik aber ich war sehr traurig. arno hat am ausgang gewartet auf mich. ich hab mich nicht mehr bewegen wollen.
und dann stand da weit draussen aber roland und hat gesungen mit seiner schönen stimme.ich hab arno angegrinst und wir sind losgerannt.roland hat sich in luft aufgelöst und wir sind in einem loch gelandet. die andern lagen auch schon drin.
später am abend wurden wir eingeladen zu einem dänischen fest.die menschen hier tanzen auch polka aber sie sind viel wilder und wechseln am laufenden band ihre partner.ich habe versucht mit einem kleinen dänischen mann darüber zu reden was mir in der remise passiert ist und das ich roland manchal sehe aber er hat mich nicht verstanden.er hat nach dem tanzen nur immer gesagt."hier hast du deinen taler" das ist hier so ein brauch.ich hab also mitgemacht.ich hab den hubertus ein paar mal prüfend angeschaut aber er guckt ganz normal als wär nix gewesen.
wir haben bis spät in die nacht getanzt.es waren echte musiker da.vielleicht waren das sogar hippies.die menschen hier sind sehr freundlich.alles was hier geschieht kann nur gut sein.wir sind umgezogen.gulia hat gesagt das muss sein.wir wohnen jetzt in so einer naturschule.gulia die spinnt echt.redet mit ausgestopften vögeln.

gedser vogelauflauf

wir sind am meer.es hängen netze um das haus.darin sammeln sich die vögel.der hübsche vogelforscher vom andern ende der welt pflückt sie alle halbe stunde, und schenkt ihnen einen ring.dann hauen sie ab nach afrika.ich bin ganz aus dem häuschen.der regen hat aufgehört.wir sitzen blinzelnd in der sonne.ich esse den ganzen tag brombeeren,und hab nichts mehr dagegen alles zu vergessen und nichts mehr zu verstehen.

weg weg weg.

wir sind alle ziemlich aufgekratzt gewesen.aus dargun weg.auto.gulia und der hubertus haben sich gestritten.erstmals.wegen der pünktlichkeit.ich hab alles aufgenommen.mit arnos bescheuerter kamera, die er immer vorm gesicht herumschwenkt damit niemandem auffällt das er da ist.dann haben alle aufeinmal angefangen zu essen,wie ausgehungerte wölfe.im auto.der hunger verbindet die menschen.das wusst ich schon mit drei.aber jetzt begreif ich die höhere metaphorik.ich hab tränen gelacht.
wie es stiller wurde hab ich gemerkt , dass ich durcheinander bin.der liesel wegen.und auch wegen dem sterben.und ich hab das gefühl ich seh manchmal sachen.
rostock kam mir etwas trübe vor.das schiff hat mich bestürzt,wirklich.ich war sehr aufgeregt.wenn man von einem schiff springt dann wird man in die schiffsschraube gesaugt und zerhackt.und wenn es abstürzt dann nimmt einen der strudel mit ins meer.
das meer hat ein kraft wie ein oder zwei atomkraftwerke. hubertus war auch sehr verwirrt.weil er ja immerzu was sucht und dann seinen ganzen koffer wieder auspacken muss.und wieder ein.
heidi hat geburtstag gehabt dann.es gab schnaps und pommes.besser noch gefiel mir der wind.heidi hat getanzt, das hab ich ja nie zuvor gesehn bei ihr.ich weiss nicht recht ob sie musste oder ob sie wollte. ich mocht nicht so recht sprechen.ich war sehr vereinahmt von meinen visionen und auch so beeindruckt von meinen mitreisenden mit einem mal.ich hab sie alle portaitiert.
olivia stellt dann immer ihre fragen.ob man sein leben lang einen mann lieben kann.ich glaube sie ist glücklicher.das erkennne ich daran dass sie immer schöner wird. als wir hier angekommen waren da hat ich gerad zeit meine tasche aus dem auto zuholen da hats wie aus kübeln geschüttet und ich hab gleich wieder ins auto gemusst.links von uns war das dänische meer.rechts der leuchturm der die schiffe vorm südlichsten punkt des landes beschützt.und olivia ,kresch ,marion und ich wir waren im auto eingesperrt haben gewartet das der regen schwächer wird.da hat olivia sich sogar einmal gefürchtet.wegen dem gewitter.ich bin jetzt im haus der vogelforscher.ich werde wie ein stein schlafen.

Freitag, September 15, 2006

M.Z./6: Gedser, wild wild west




Dänemark. Ich spüre es leichter werden in mir. Die Wolken sehen hier anders aus. Im Wasser stehen Windräder und die Stadt, in der wir ankommen, ist keine Stadt, sondern ein kleiner Durchgangsort: Gedser, ausgesprochen: „Gesser“. In der ersten Nacht finden wir bei weltuntergangsstimmung Unterschlupf in der Vogelstation. Gulia dreht deshalb völlig durch! In der Naturskole, in der wir die kommenden Nächte verbringen, wird es nicht besser. Sie spricht mit den ausgestopften Vögeln, will gar nicht mehr von ihnen lassen...





Gedser ist so besonders schön, erfahren wir bei einer Führung, weil es keine so schrecklichen Dinge wie eine Disko gibt.


Nein, das ist kein Ort für mich. Was macht nur das Dutzend Jugendlicher hier, alle zwischen asch- und weißblond, die ich in der Nacht auf der Straße beieinander stehen sehe? Früher gab es hier wohl noch allerlei, mehrer Bäcker, Fleischer, Frisöre. Heute gibt’s das alles nicht mehr. Selbst eine künstliche Welt unter einer Kuppel befindet sich hier! Mit tropischem Klima und einer Rutsche. Aber, ach, auch sie ist unbewohnt, wird nicht mehr frequentiert. Aber die kleinen Häuschen davor werden als Ferienwohnungen vermietet.


Dafür treffen wir hier Deutsche, die bei der Fähre Arbeit gefunden haben. Wieder ein Ort, der von seinen Verkehrsadern lebt.


Die Dänen scheinen besonderen Wert auf hübsche Straßendekoration zu legen. Entlang der Hauptstraße zäumen Blumenampeln mit roséfarbenen Geranien den Weg. Eigentlich warte ich fast darauf, das Heuballen über den Asphalt fegen. Dieser Eindruck wird in der Gedser Remise noch verstärkt. Hier stehen prachtvolle alte Züge und Dampflokomotiven. Das Areal ist zugewuchert mit Gräsern und Ginster. Die Zeit vergeht hier langsamer und in allen Ecken warten Geschichten darauf, erzählt zu werden. Und nebenan stehen Autos Schlange, wartend auf die nächste Fähre.





Ich muss mich erst akklimatisieren. Begreifen, wo ich bin und mit diesen merkwürdigen Gemütlichkeistanwandlungen klar kommen. Ich bin nicht die einzige. Uli findet ein unbeschreibliches Vergnügen daran, sich in den Brombeerbüschen die Hände und Beine blutig kratzen zu lassen. Dafür bringt sie am Abend mindestens 3 Kilo Früchte mit ins Haus. Und was tue ich? Fast ist es mir unangenehm es zu sagen, aber ich ertappe mich dabei, wie ich in der Küche stehe und Kuchen backe! Unfassbar! Sogar mit Streuseln. Ich muss schnell weg hier! Ich brauche einen Saloon und High Noon und einen dänischen Cowboy!

M.Z./5: Passengers to Dänemark

Es geht weiter nach Norden. Gulia kann es kaum erwarten, und doch verzögert sich unserer Abreise, weil sie einen Spatz hinter den verschlossenen Scheiben des benachbarten Bungalows entdeckt....


Julia in unserem Bungalow in Dargun

In Rostock erstehen wir einen gigantischen Berg an Lebensmitteln, weil Heidi sagt, in Dänemark sei das Leben so teuer. Ich habe noch nie so viel Nahrung auf einem Haufen gesehen. Und ich war mir bis zu diesem Zeitpunkt auch nicht der deutschen Einmaligkeit von Pflaumenmuss bewusst, das Heidi Kiloweise in den Einkaufswagen packt.
In Rostock finden wir auch endlich ein Internetcafé! Unglaublich, der Osten ist wie eine vergessene Welt. Irgendwie in der Zeit hängengeblieben, parallel oder anders real. Aber die ziegelrote Hansestadt gibt mir endlich wieder das Gefühl aus einem bewohnten Land zu stammen.




Kurz vor dem Betreten der Fähre drehen alle durch! Es ist wie ein Virus. Raus aus Deutschland! Sie lachen, tanzen und singen um den Bus herum, als gäbe es kein Morgen. Hubertus schwärmt von der dänischen Königin, Gulia singt das Titanik-Lied und selbst Arno ist ausser Rand und Band! Uli nimmt Abschied vom Leben, weil wir untergehen werden und Olivia gibt ihrem persönlichen Triumph Ausdruck, so unkompliziert aus Deutschland heraus zu kommen. Alle verbinden irgendwelche Hoffnungen mit dem, was vor uns liegt.




Wir fahren im Sonnenuntergang hinaus aufs Meer. Franz Kresch liefert den Soundtrack zu dem visuellen Ereignis, den verblassenden Lichtern der hinter uns gelassenen Stadt und den vorbeiziehenden Luxusdampfern.






Der Vollmond gibt uns den Rest! Mit „Hubertustrpfen“, die der Baron für uns bereit hält, stoßen wir an auf Heidis Geburtstag.



Dänemark. Dabei habe ich mir noch nie Gedanken über dieses Land gemacht. Dieses kleinen Stück Erde, fast nur Fleckchen im Wasser da oben im Norden. Und dennoch spüre ich es auch. Eine Leichtigkeit, die durch meine Venen sprudelt. Optimismus auf der Haut. Ich bin voller aufwühlender Vorahnungen...