M.Z./2: Last Exit Dannenwalde
Sonntag / Wir haben in der ehemaligen Eisenbahnerwohnung eines geschlossenen Bahnhofs übernachtet. Die ganze Nacht erschütterten vorbei fahrende Güterzügen das Gebäude und unsere Körper darin. Doch obwohl der Ort winzig zu sein scheint, halten am Tag Züge. Radfahrer steigen aus und ein.

Die ”Personen” verlassen gegen 14 Uhr das Haus. Ich folge ihnen, durch den Ort, über aufgerissene Straßenwunden, vorbei an Schuttbergen und orangefarbenen Baggern.
Der Ort. Was mir zuerst auffällt, ist die Stille. Nur das Zirpen der Grillen und ab und an ein vorbeifahrender Zug. Auf einer Wiese, die sich anschickt ein „Barfußpfad“ zu werden, liegt ein Stein für Einstein. Oder vielmehr mit einem Zitat von eben diesem, das das Herumgehen auf nackten Füßen mit gesundem Menschenverstand gleichzusetzen sucht. Petras Bistro ist geschlossen. Die Kirche, rund und rosa. Radfahrerkirche. Schmetterlingsflügel auf einer Garage. Eine Kreuzung führt nach Stralsund oder nach Himmelpforten – weiß nicht, welcher Ort verheißungsvoller klingt. Auf dem Weg zur Bushaltestelle „Kirche“ lasse ich mich von einem bellenden Hund aufhalten. Ein Garten voller Dahlien. Komische Häuser. Neben einem grauen Wohnklotz stehen zwei apricotfarbene Neubaublöcke. Irgendwie habe ich kleine Hütten erwartet, einen alten Dorfkern mit Brunnen vielleicht.




Immerhin ein Teich, grün vor Entengrütze. Und dann, zwischen den neuen und den alten Mietskasernen, stehen sie doch, die Hütten. Was um Himmelswillen sind das für Gebäude? Nett drapierte Spitzenvorhänge in den winzigen ebenerdigen Fenstern. Sieht ein bisschen aus wie ein Slum. Stühle im Innenhof. Was für Menschen leben hier?

Der Ort, er ist wie ein unbeweglicher Körper, durch den Verkehrslebensadern fließen. Die halten ihn am Leben. Der Radweg, der von Berlin nach Kopenhagen führt, bringt mehr Leben in den Ort, als es der Sozialismus vermocht hat. Unvorstellbar die Zeit davor. Die Gleise leiten in unregelmäßigen Abständen ein Grollen durch die Gedärme der Siedlung. Die B96, auf der einst der Fahrer eines LKW Fahrerflucht begangen hat, nachdem er durch die Außenwand der Dorfkneipe fahrend den Tresen zertrümmert hatte, ist eine einzige Baustelle. Der Hauptschlagader wird ein Bypass gelegt. Jetzt werden die Autos von den merkwürdigen Hütten verschluckt, die sich als Garagen entpuppen. Als oberirdische Partykeller.
Mir ist langweilig. Ich warte darauf, dass etwas passiert. Oder darauf, dass etwas passiert ist. Ich fühle mich nicht gut. Die Personen sind distanziert. Erste Zweifel überkommen mich. Verpasse ich gerade jetzt etwas an anderen Orten? Das junge Mädchen, das Uli genannt wird, lockt mich auf den Friedhof, wo sie sich auf das Grab von Friedel legt. Sie erzählt mir etwas über Roland, dass ich nicht wirklich verstehe. Aber ich werde hinter ihr Geheimnis kommen!

Die Frau mit der blonden Perücke, will in Dannenwalde bleiben. Hier kann sie niemand finden, so sagt sie, die Olivia Silvers heißt. Olivia Silvers. Der Name, kenne ich ihn? Aber ich will nicht hier bleiben! Ich bin erleichtert, als „der Baron“ beschließt, dass es Zeit ist zu gehen. Er lädt mich ein, mit zu kommen. Die Fahrt geht weiter!

Die ”Personen” verlassen gegen 14 Uhr das Haus. Ich folge ihnen, durch den Ort, über aufgerissene Straßenwunden, vorbei an Schuttbergen und orangefarbenen Baggern.
Der Ort. Was mir zuerst auffällt, ist die Stille. Nur das Zirpen der Grillen und ab und an ein vorbeifahrender Zug. Auf einer Wiese, die sich anschickt ein „Barfußpfad“ zu werden, liegt ein Stein für Einstein. Oder vielmehr mit einem Zitat von eben diesem, das das Herumgehen auf nackten Füßen mit gesundem Menschenverstand gleichzusetzen sucht. Petras Bistro ist geschlossen. Die Kirche, rund und rosa. Radfahrerkirche. Schmetterlingsflügel auf einer Garage. Eine Kreuzung führt nach Stralsund oder nach Himmelpforten – weiß nicht, welcher Ort verheißungsvoller klingt. Auf dem Weg zur Bushaltestelle „Kirche“ lasse ich mich von einem bellenden Hund aufhalten. Ein Garten voller Dahlien. Komische Häuser. Neben einem grauen Wohnklotz stehen zwei apricotfarbene Neubaublöcke. Irgendwie habe ich kleine Hütten erwartet, einen alten Dorfkern mit Brunnen vielleicht.




Immerhin ein Teich, grün vor Entengrütze. Und dann, zwischen den neuen und den alten Mietskasernen, stehen sie doch, die Hütten. Was um Himmelswillen sind das für Gebäude? Nett drapierte Spitzenvorhänge in den winzigen ebenerdigen Fenstern. Sieht ein bisschen aus wie ein Slum. Stühle im Innenhof. Was für Menschen leben hier?

Der Ort, er ist wie ein unbeweglicher Körper, durch den Verkehrslebensadern fließen. Die halten ihn am Leben. Der Radweg, der von Berlin nach Kopenhagen führt, bringt mehr Leben in den Ort, als es der Sozialismus vermocht hat. Unvorstellbar die Zeit davor. Die Gleise leiten in unregelmäßigen Abständen ein Grollen durch die Gedärme der Siedlung. Die B96, auf der einst der Fahrer eines LKW Fahrerflucht begangen hat, nachdem er durch die Außenwand der Dorfkneipe fahrend den Tresen zertrümmert hatte, ist eine einzige Baustelle. Der Hauptschlagader wird ein Bypass gelegt. Jetzt werden die Autos von den merkwürdigen Hütten verschluckt, die sich als Garagen entpuppen. Als oberirdische Partykeller.
Mir ist langweilig. Ich warte darauf, dass etwas passiert. Oder darauf, dass etwas passiert ist. Ich fühle mich nicht gut. Die Personen sind distanziert. Erste Zweifel überkommen mich. Verpasse ich gerade jetzt etwas an anderen Orten? Das junge Mädchen, das Uli genannt wird, lockt mich auf den Friedhof, wo sie sich auf das Grab von Friedel legt. Sie erzählt mir etwas über Roland, dass ich nicht wirklich verstehe. Aber ich werde hinter ihr Geheimnis kommen!

Die Frau mit der blonden Perücke, will in Dannenwalde bleiben. Hier kann sie niemand finden, so sagt sie, die Olivia Silvers heißt. Olivia Silvers. Der Name, kenne ich ihn? Aber ich will nicht hier bleiben! Ich bin erleichtert, als „der Baron“ beschließt, dass es Zeit ist zu gehen. Er lädt mich ein, mit zu kommen. Die Fahrt geht weiter!

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